Die Wurzeln der Familie Kampmann reichen sehr tief in den ostwestfälischen Boden. Über Generationen waren die Arbeitstage mit Fleiß und unternehmerischem Streben erfüllt. So war es dem Großvater, Karl Kampmann sen., zusammen mit einem Geschäftspartner 1919 möglich das Anwesen und Gebäude im Ort Quelle, am Fuße des Teutoburger Waldes zu erwerben.

Schon bald darauf wurde die Produktion von textilen Polierscheiben für den neuen Glanz der aufstrebenden 20-iger aufgenommen. So manche Radkappe  und Zierleisten an formschönen Oldtimerfahrzeugen in den Museen der Welt spiegeln noch heute den Glanz der Kampmann-Polierscheiben wieder.

Erst in den Jahren, als Glanz und Gloria eine andere Bedeutung bekamen, wurde der Erfolg der Polierscheiben aus dem Teutoburger Wald unterbrochen. Fäustlinge für die frierenden Landser mussten genäht werden. Später wandelte man überzählige Lazarettdecken zu Kinderjankern, damit in der Not wenigstens etwas Kleidung für die Kleinen vorhanden war.

FebinQuelle

„Knopfraritäten“
Manch´ einfacher, handbemalter Blech-, Holz- oder Hornknopf und einige schön geprägte Spangen in unserem Firmenbestand zeugen noch von diesen bewegten Zeiten.

Nach seiner glücklichen Rückkehr aus der Gefangenschaft begann der Sohn, Karl Kampmann jun., erneut mit der Produktion von Polierscheiben. Diese ließen insbesondere die Badarmaturen der neu erbauten Häuser in feinstem Glanz erstrahlen. In der Wirtschaftswunderzeit und den folgenden Jahren wurde das Unternehmen mit Tatkraft  und unternehmerischem Geschick zu einem der stärksten Arbeitgeber am Ort ausgebaut. Ein Zweigwerk in der Nähe von Kassel half die große Nachfrage nach den Kampmann-Polierscheiben zu befriedigen. Das Qualitätssiegel „KKB“ (Karl Kampmann, Bielefeld) wurde zu einem Markenzeichen, und garantierte für technische Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.

Erst die Verdrängung von poliertem Chrom an Fahrzeugen und im Haushalt durch den Siegeszug der Kunststoffe sowie der enorme Anstieg der Stücklohnkosten in Deutschland, zwangen zur Einstellung der Produktion unseres Traditionsartikels.


Im Jahre 1989 gründete die dritte Generation der „Kampmann-Textiltradition“ die Mode & Stickerei Kampmann GmbH. Die Veredelung von Bekleidung durch edle Stickereien sollte fortan und bis Heute den Broterwerb der Familie sichern. In den Jahren nach Gründung der Stickerei wuchs das Unternehmen zu einem ebenso starken wie zuverlässigen Partner der vielzähligen und namhaften, ostwestfälischen Bekleidungsindustrie heran.
Die durch die Produktionsverlagerung der Bekleidungsindustrie in das kostengünstigere Ausland hervorgerufene „kleine Krise“ konnte schnell überwunden werden – Tatkraft, Mut und Kreativität dienten als Potenzial für die Umsetzung von textilen Werbemitteln. In wenigen Jahren erarbeiteten sich die „jungen“ traditionsbewussten Kampmanns auch in der neuen Branche einen Qualitätsruf, der nach Norwegen und heute selbst bis nach Australien hallt.

Die Entwicklung vom zunächst kleinen Lohnstickereibetrieb in die heutige KAMPMANN GmbH International war eine logische Folge von konsequentem, unternehmerischem Handeln mit ständigen Innovationen und einem hohen Qualitätsanspruch. Die ständige Erweiterung und Modernisierung der technischen Ausstattung ist bis heute ein begleitender Prozess.
Die Lizenzübernahme des Cartoonisten Uli Stein und die Umsetzung in Stickmotive auf vielerlei Textilwaren für die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz, sowie der skandinavischen Länder einschließlich Finnland unterstrichen die zunehmende Internationalisierung.

Als Meilenstein der Historie über Generationen hinweg muss die Erfindung und Entwicklung der inzwischen weltweit patentierten, gestickten Blindenschrift gesehen werden. Die Initialidee von Jürgen Kampmann, das 1825 von Louis Braille erfundene Punktschriftsystem in gestickte, lesbare Informationen für blinde Menschen umzusetzen, war eine technische Herausforderung. Dass das Team der Kampmann GmbH –international als erster Stickereibetrieb weltweit Lösungen fand, diese Herausforderung zu lösen, ist bester Beleg für Innovationskraft und technischem Können.

Aus der Zusammenarbeit mit Nichtsehenden entstand 2010/11 die nächste Produktidee – es wurde ein Mangel erkannt und mit Engagement und guten Industriekontakten wurden in Folge die ersten in Serie hergestellten, blindentauglichen Schoko-Adventskalender am Markt eingeführt.

Heute präsentiert sich das Unternehmen auch auf den internationalen Messen als kompetenter Berater und Full-Service-Anbieter für textile Unternehmensausstattungen sowie für die individuelle Anfertigung, Beschaffung und Distribution von Werbemitteln.

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